Hexen, Gerichtsbarkeit und Folter auf der Festung Kufstein

Folter einst und jetzt
Gefoltert wird wohl schon seit es Menschen gibt. Jedenfalls finden sich Foltermethoden schon im alten Griechenland und Rom – an sich nur für Sklaven und Unfreie, später auch für Bürger. Alte Formen der Urteilsfindung machten sie geradezu notwendig.

Auch heute noch müssen Menschen in vielen Ländern Folter erleben. Vielerorts sind Hinrichtungen häufig, meistens aber nicht so grausam wie das in früheren Zeiten vollzogen wurde.

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…zum Tode bringen

Leibesstrafen kennen wir heute vor allem aus dem Nahen und Fernen Osten – so lange ist es aber gar nicht her, dass auch bei uns Körperstrafen üblich waren. Selbst in österreichischen Gerichtsordnungen sind solche noch Ende des 18. Jahrhunderts beschrieben, darunter auch das Verbrennen bei lebendigem Leib. Immerhin waren die brutalsten Methoden nur für „überschwere Verbrechen“ vorgesehen, bei schlichten schweren wurde nur geköpft oder gehangen….

Hexen und Zauberer

Und da denkt jeder an den Hexenwahn, der große Teile Europas überzogen hat. Da hat es ganze Orgien gegeben – in einem kleinen deutschen Ort wurden Anfang des 17. Jahrhunderts in nur 2 Jahren um die 180 Opfer als Hexen und Zauberer verbrannt. Insgesamt bewegen sich Schätzungen über die Opferzahl zwischen 100.000 und 9 Millionen zu Tode Gefolterten und verbrannten Opfern.

Ganz zentral im Hexenwahn war die Beziehung zwischen Hexen und Teufel, als dessen Werkzeug sie betrachtet wurden. Da waren sexuelle Phantasievorstellungen wesentlicher Bestandteil. Ja und man glaubte ganz genau zu wissen, wie das teuflische Reich organisiert sei: Manche meinten, der Teufel verfüge über 6.666 Legionen die jeweils aus 6.666 Teufeln bestehen – das sind dann ca. 44,4 Millionen!

Auch Tirol ist vom Hexenwahn nicht verschont geblieben, zahlreiche Geschichten aber auch historische Unterlagen zeugen davon.

Der Prozess

In den – öfter von weltlichen Gerichten als von der kirchlichen Inquisition verhandelten – Hexenprozessen spielte die Folter der Angeklagten eine große Rolle. Theoretisch war sie genau geregelt, praktisch wurde das sehr oft nicht eingehalten. Und sie produzierte absurde Ergebnisse – eine gefolterte Frau gestand wohl an die 400 Kinder „wieder ausgegraben, gesotten, gekocht, teils gefressen, teils zu Schmier- und Hexenkunst gebraucht….“ zu haben. Eine andere habe „45 Scheffel voll Flöhe nach Wien hingezaubert“. Solche Phantasien beschränken sich aber auch nicht auf die Gefolterten: einer der bedeutendsten Juristen der Steiermark beschwor während der Folterung einer Hexe den Teufel leibhaftig in Gestalt eines Eichhörnchens gesehen zu haben.

Dass das sacrum officium, unter welcher Bezeichnung die römische Inquisition fortlebte, heute noch unter dem Namen „Kongregation für die Glaubenslehre“ besteht – wenngleich natürlich schon lange nicht mehr mit gewaltsamer Verfolgung von Ketzern und Hexen befasst – wissen Sie sicher schon.

Die Führung

Bei dieser Führung erleben Sie die Festung und erfahren dabei viel über die Art, in der früher Prozesse geführt wurden und über Hexen und Zauberer vor allem in Tirol. Wollen Sie wissen, mit welchen Methoden damals gefoltert wurde? Sie werden’s erfahren und originale Foltergerätschaften lassen die Schmerzen erahnen, die die Opfer ertragen mussten……

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